Radverkehrskonzept

Lüneburg  hat sich 2004 dem BYPAD-Verfahren unterzogen. BYPAD – Bicycle Policy Audit ist ein Instrument zur Evaluierung und Qualitätsverbesserung kommunaler Radverkehrspolitik. Es basiert auf der Auswertung internationaler Best Practice-Beispiele in der lokalen Radverkehrspolitik. Das Verfahren wurde im Rahmen eines EU-Projekts entwickelt und untersucht die Radverkehrspolitik in 9 Modulen:

  1. Anforderungen der Nutzer
  2. Führung
  3. Politik auf dem Papier
  4. Mittel und Personal
  5.  Infrastruktur, Dienstleistungen und Sicherheit
  6.  Öffentlichkeitsarbeit und (Verkehrs-)Erziehung
  7. Partnerschaften und Zielgruppen
  8. Ergänzende Maßnahmen
  9. Überprüfung und Wirksamkeitskontrolle

BYPAD weist dabei der städtischen Fahrradpolitik auf der Entwicklungsleiter eine bestimmte Stufe von 0,1 bis 4,0 zu.

  1. Ad-hoc orientiert
  2. Isolierter Ansatz
  3. System-orientiert
  4. Integrierter Ansatz

Mit dem Ergebnis von 1,7 für Lüneburg wurde deutlich, dass die Stadt für eine systematische Radverkehrsförderung noch einiges zu tun hat (Schlussbericht).

Eine Folge dieses Ergebnisses war die Erstellung des „Radverkehrskonzepts 2015“. Dieses Konzept wurde 2005 erstellt (2007 überarbeitet) und enthält wichtige Überlegungen zum Radroutenkonzept, aber für ein umfassendes Radverkehrskonzept fehlen einige Themen oder sind nicht konkret genug behandelt.

Um die Verabschiedung des Konzepts nicht weiter zu verzögern, wurde auf eine Ergänzung verzichtet und statt dessen wurden konkrete Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit  durchgeführt.   (in 3 aufeinanderfolgenden Jahren: Mit dem Rad zur Arbeit, Mit dem Rad zum Einkaufen, Mit dem Rad zur Schule). Verschiedene Verbände und die Stadt hatten dabei einen wechselnden Anteil an Engagement. Eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit oder eine institutionalisierte Zusammenarbeit zur Imageverbesserung hat sich jedoch daraus nicht entwickelt. Weitere Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit blieben isoliert (z.B. Fahrradstadtplan).

Beim ADFC-Klimatest ist trotz der Investitionen der Stadt in ein neues Fahrradparkhaus und in etliche Verbesserungen der Infrastruktur ist die Gesamteinschätzung der Radfahrer bei den letzten Jahren etwa gleich geblieben. Das Fahrradklima, also das Gefühl von Willkommen sein, Sicherheit, Ernstgenommen werden usw. ist nur mittelmäßig.  

Es sollte eine Evaluation des bisherigen Radverkehrskonzept erflogen, die auch Hinweise für die Fortschreibung enthält. Dabei sollte erhoben werden, welche Ansätze des bisherigen Konzepts sich bewährt haben, welche nicht umgesetzt werden konnten, was sich nicht bewährt hat und was – verglichen mit den Ansätzen anderer Städte – fehlt.

Auf der Grundlage der Evaluation sollte die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts geplant werden.  Auch die Bewertung der Ergebnisse und Festlegung der Ziele, Entwicklungsschritte und Schwerpunkte (Prioritäten) eines neuen Radverkehrskonzepts sollen gemeinsam mit den Verbänden und unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet werden.

Bei der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes sollten auch die Ergebnisse des ADFC – Fahrradklimatestes, die Erkenntnisse der Polizei zu den Unfallschwerpunkte, die neuen Anforderungen aus der StVO sowie Best-Practice-Bespiele aus anderen Städten beachtet werden.

Dokumente dazu:

BYPAD-Schlussbericht

Radverkehrskonzept 2015 

Vorlage zur Sitzung des Verkehrsausschusses 10.10.2007, in der das Thema behandelt wurde, mit weiteren Links zu Karten (Vorrangnetz Wunschliniennetz Alltagsliniennetz).

 

Fragen an die Kandidaten zum Oberbürgermeister

Anlässlich der Oberbürgermeisterwahlen in Lüneburg haben wir die Kandidaten um Antworten zu 3 Fragen gebeten, insbesondere zu dem Radverkehrskonzept der Stadt Lüneburg. Hier die Antworten der OB-Kandidaten

 

Nationaler Radverkehrsplan 2020

Verkehrspolitisches Programm des ADFC

 

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